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Unter der Oberfläche.

  • Autorenbild: Carina Hainzer
    Carina Hainzer
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Drei Tage Scharfling am Mondsee. Am Ende ein Zertifikat: fischereifachliche Bewirtschafterin. Klingt trocken. War es aber nicht.


Warum ist Bewirtschaftung wichtig?


Wer fischt, schaut auf den Fisch. Wer bewirtschaftet, schaut auf das ganze System: das Wasser, den Grund, die Temperatur, die Chemie, die Nahrungskette. Drei Tage lang ging es genau dorthin, unter die Oberfläche.

Wir haben Fließgewässer gelesen: Strömung, Struktur, Substrat. Wir haben Fischbestände erhoben, in Bächen wie in Seen und gelernt, warum ein Bestand rückläufig ist, lange bevor man es an der Rute merkt. Wasserchemie im Praktikum: Sauerstoff, pH-Wert, Nährstoffe. Was ein Gewässer trägt, und was es überfordert. Seenkunde und Schichtung, die unsichtbaren Stockwerke eines Sees, in denen sich entscheidet, wo die Fische stehen. Und das unbequeme Kapitel: Abwasser und Fischsterben. Wie schnell ein Lebensraum aus dem Gleichgewicht gerät und wie lange er braucht, um zurückzufinden.



Dazwischen Praxis. Fang- und Untersuchungsgeräte im Workshop inklusive Schulung Elektrobefischung.


Fischzucht nach der Kreuzstein-Methode: einzigartig & nachhaltig


Mein Highlight: die Führung durch die Fischzucht Kreuzstein, ein Blick in die Aquakultur und Aufzucht von Fischen. Von den frisch geschlüpften Brütlingen bis zum kapitalen Huchen war alles dabei. Kreuzstein ist weit über unsere Grenzen hinaus berühmt für ihre Methode der Fütterung: täglich wird frisches Zooplankton aus dem Mondsee abgefischt und an die Fische in der Aufzucht verfüttert. So wachsen gesunde und naturnah gezüchtete Fische heran, die schon von klein auf an lebendes (sich bewegendes) Futter gewöhnt sind. Das hat auch den Vorteil, dass der Jagdinstinkt geschult wird und sie so im späteren Besatz viel fitter ins Leben in der freien Natur starten können.



Was ich mitnehme, ist noch tieferes Wissen und Verständnis für Gewässer, Ökologie, Biologie und die feinen und fragilen Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur. Bewirtschaften heißt: Geduld haben mit einem System und genau hinschauen, bevor man eingreift. Den Bestand verstehen, nicht nur die Beute. Und akzeptieren, dass das Entscheidende selten an der Oberfläche passiert. Danke an das Bundesamt für Wasserwirtschaft, an das Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft in Scharfling und an alle Vortragenden, die drei Tage lang ihr Wissen geteilt haben. Danke an den Landesfischereiverband Salzburg.

Ich nehme mehr mit, als in ein Zertifikat passt.


Petri! Die Markensprechstunde #diemitdembissfürmarken

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